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Radarfallen und Radarblitzer wurden 50. Ein kurzer Bericht über die Zeit vom Anfang bis jetzt.

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Die Radarfalle wurde voriges Jahr 2007 - 50 Jahre alt


Wir sagen es hier laut und deutlich: Tempolimits sind sinnvoll, sie müssen auch überwacht werden. Aber warum haben wir dann immer wieder dieses Gefühl ohnmächtiger Wut, wenn es geblitzt hat? Nun wurde die Radarfalle voriges Jahr 50 Jahre alt, und fast keiner hat sich gefreut.

Wer als erster Verkehrssünder in die Radarfalle fuhr, ist aus Datenschutzgründen nicht überliefert. Vor 50 Jahren wurde erstmals in Deutschland ein Radargerät eingesetzt, das Raser überführen sollte. Nach dem Feldversuch des nordrhein-westfälischen Innenministeriums am 21. Januar 1957 in Düsseldorf trat die Radarfalle ihren Siegeszug an.

Mit Blitzlicht konnten nun auch in der Nacht Temposünder erwischt werden - die Zeitungen feierten die neue „Wunderwaffe“ der Polizei, die ihrerseits davon begeistert war, „statistisch gesehen jeden Autofahrer alle zehn Tage kontrollieren zu können“. Inzwischen sind die Geräte als fest montierte „Starenkästen“ oder als mobile Einheiten zu Tausenden über das Land verteilt.

Nicht nur zahllose Tempoverstöße, sondern auch Seitensprünge und Kapitalverbrechen haben die „Blitzer“ in ihrer 50-jährigen Geschichte aufgedeckt. Dafür sind die Geräte immer wieder dem Hass der Täter ausgesetzt: Radarfallen wurden beschossen, angezündet, abgesägt, mit Farbe besprüht - und schnell durch neue Geräte ersetzt. Nachhaltigeren Erfolg hatte der Kampf auf dem Rechtsweg. Mehrfach erzwangen Rechtsanwälte den Abbau der Anlagen dort, wo sie offensichtlich mehr der klammen Staatskasse als der Unfallverhütung dienen sollten.

Auch kuriose Fälle wurden aktenkundig wie vor Jahren im Ruhrgebiet, wo ein Sperrmüllsammler ein mobiles Radargerät mit einer Stereoanlage verwechselte und es zum Entsetzen der Polizisten mitten im Einsatz verschleppte.


Felix Hoffmann, Leiter des deutschen Polizeimuseums, zeigt eine der ersten Tempomessanlagen.

"Die Geräte waren so groß und von weitem sichtbar, da konnte man von Falle noch nicht sprechen"

Foto/dpa


Inzwischen haben die Gegner der Radargeräte, die sich vom Staat trotz aller Unfallgefahr nicht bremsen lassen, aufgerüstet: Nicht nur Warnungen in Radio oder Internet, auch eigene Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen - meist illegal - vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug bewahren. Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in der Genauigkeit übertrumpfen.

Der schrecklichste Zwischenfall bei einer Radarkontrolle ereignete sich im Jahr 2000. Als ein Fernfahrer an einer Autobahn in Hessen geblitzt wurde und fürchten musste, seinen Führerschein zu verlieren, kehrte er um, erschoss einen der Polizisten und verletzte einen zweiten Beamten schwer.

Wenige Monate vor dem ersten Einsatz 1957 in Düsseldorf war das erste Verkehrsradar im September 1956 von der Firma Telefunken auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen präsentiert worden. Bis dahin hatte die Polizei große Probleme, Tempoverstöße gerichtsfest nachzuweisen. Nach der Beseitigung einiger Kinderkrankheiten ging die Weltneuheit „Made in Germany“ schließlich 1958 in die Serienproduktion.

Erst allmählich wurde angesichts der einsetzenden Massenverfolgung von Autofahrern hinterfragt, wie zuverlässig die Radargeräte wirklich sind. Der ADAC zog die Unfehlbarkeit des Radars in Zweifel. Autofahrern bekamen bald das Recht zur Stellungnahme eingeräumt, und alle Messungen durften nur noch abzüglich einer Toleranz verwendet werden.

Dennoch blitzt es seither ohne Unterlass - im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen schoss allein die Polizei im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Beweisfotos von zu schnellen Autofahrern. Hinzu kommen die Aufnahmen der kommunalen Radaranlagen. „Geschwindigkeitskontrollen sind nach wie vor unverzichtbar“, sagt eine Sprecherin des NRW- Innenministeriums. Immerhin sei die Hälfte aller Verkehrstoten auf zu schnelles Fahren zurückzuführen.

Und außerdem sind die Einnahmen der Radarfallen in allen Haushalten fest eingeplant. Kein Wunder, dass die Tempomessgeräte unter Polizisten als Gebühreneinzugsmaschinen bezeichnet werden. Der Glückwunsch kann also nur etwas zerknirscht ausfallen.

Bericht /dpa
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